Die Storie:

In Barcelona soll die Übergabe des diesjährigen Gaudi-Literaturpreis verliehen werden. Der begabte Schriftsteller Don Parker geht hinter der Bühne nervös auf und ab. Um ihn herum befindet sich - wie auch im weiterem Verlauf des Stückes - ein mysteriöser alter Mann, in dem Parker sein Vorbild Antonio Gaudi sieht.
Hier lernt er Mark Winner kennen, der ihn sehr zu beeindrucken scheint. Winner erreicht, daß Parker gewinnt. Sein Mittel hierbei ist die Bestechung. Er hat jedoch noch weitere Pläne, die weit über die Preisverleihung hinaus gehen. Parker - noch überglücklich über den Gewinn des Preises - engagiert Winner als Agenten. Dieser hat große Pläne, und möchte aus Parkers Werk einen Film machen. Dies entspricht nicht Parkers Vorstellung von Kunst, sondern vom reinen Kommerz. Er möchte sich nicht den Machenschaften Winners beugen. Winner verweist auf seinen Vertrag. Don Parker bemerkt jedoch sofort eine Lücke im Deal. Er argumentiert, daß zwar ein Vertrag vorhanden sei, jedoch nicht unterschrieben. Schnell flüchtet er zu den Bauwerken Gaudis, an den er sich seinem Idol am nächsten fühlt. Winner setzt seine Partnerin, die hübsche PR-Agentin Isabella auf Parker an, die ihn wieder auf den richtigen Weg zurückführen soll. Hierbei erklärt Winner worauf es in diesem harten Geschäft ankommt. Erstens: Geld! Zweitens: Geld! Und Drittens: Geld!
Mit dem Vertrag in Händen folgt Isabella Parker, der sich in die Straßen Barcelonas mitten in die Bauwerke Gaudis geflüchtet hat. Er hofft hier Ruhe zu finden und erlebt eine seiner zahlreichen Visionen.
Isabella trifft ihn schließlich in einem Straßencafe an und macht ihm einen Vorschlag: Wenn er den Vertrag unterschreiben würde, hätte er die Option das Drehbuch zu schreiben. Doch für Parker ist jeder Kompromiß ein fauler Kompromiß. Nach einem Streit, in dem keiner der beiden nachgeben will, läd Parker Isabella in den Park Güell ein. Hier soll sie begreifen, was in ihm vorgeht und was er von wahrer Kunst versteht. Sie willigt ein. Zur nächtlichen Stunde treffen sich die beiden dort. Isabella begreift allmählich was in Parker vorgeht. Hals über Kopf verlieben sich die beiden ineinander. Hierbei werden sie jedoch beobachtet. Von wem? Mark Winner! Es läuft alles nach seinem Plan. Hierbei feiert er sich selbst als Puppet Master der wieder einmal erfolgreich die Fäden in der Hand hat.
Don Parker sieht sich einem weiteren Konflikt gegenübergestellt: der Liebe. Auch sie hindert ihn nur für seine Kunst zu leben, wie es sein großes Vorbild schon getan hat. Als Isabella erscheint und ihm ihre Liebe offenbart, versucht er sie zu berühren. Doch erreichen kann er sie nicht, denn er verfängt sich in einem Netz, daß ihn emporzieht - ein Symbol für die Arbeitsweise Gaudis, der das Fadenmodell zur erprobung der Statik nutzte.
Don Parker ist verunsichert. Der alte Mann jedoch scheint ihn zurück zu führen auf den "richtigen Weg".
Parker besucht die Baustelle der Sagrada Familia, wo er sich seinem Idol am nächsten fühlt.Doch plötzlich entdeckt Parker etwas, mit dem er nicht gerechnet hatte: Er beobachtet zufällig Mark Winner und Isabella im Park Güell. Hier gesteht Isabella Winner ihre Liebe zu dem Schriftsteller. Der sonst so selbstsichere PR-Agent ist am Boden zerstört. Dies hatte er in seinem Plan nicht vorgesehen, daß er Isabella im Spiel um Parker verlieren könnte.
Die Tatsache, daß Winner und Isabella gemeinsam agiert haben könnten, und daß Isabella eine Beziehung zu Winner verheimlicht hat, bringt Parker die Überzeugung, sich von diesen Dingen, die ihn die ganze Zeit belastet haben zu befreien. Er trennt sich von Isabella. Don sucht Halt in der Religion, im Glauben.
Die betenden Figuren jedoch, die ihm in der Vision einer Prozession erschienen, beginnen plötzlich sich zu entkleiden und den Versuch zu starten ihn zu verführen. Mitten in diesem Geschehen: Isabella.
Schnell muß er erkennen, das auch die Religion keine Stütze für ihn sein kann. Welchen Weg er auch wählen würde - jeder hat seinen Preis.
Wieder irrt er durch die Straßen Barcelonas und erreicht schließlich den Bahnhof. Dort erlebt er, wie der alte Mann, seine Projektion von Antonio Gaudi, von einem Zug erfaßt wird. Don Parker fühlt sich plötzlich frei - befreit von seinem Über-Ich und befreit von den Zwängen der anderen Menschen. Seine Erkentnnis, daß jeder den eigenen Weg ganz für sich alleine finden muß, gilt letztlich auch für Mark Winner und Isabella.

 

Eine kurze Bewertung:

Was recht schnell auffällt, ist das Fehlen eines Orchesters. Die Musik kommt komplett vom Band. Ob dies gut oder schlecht ist, sei dahin gestellt. In diesem Fall hat es den Vorteil, das der Komponist sehr komplizierte Arrangements nutzen konnte, die bei einem Orchester zu Problemen führen könnten.
Die Darsteller wußten zu überzeugen und es wurde zu jeder Zeit der richtige Wechsel zwischen ruhigerer Musik und fetzigen Stücken vollzogen. Leider fiel das Musical bei vielen Kritikern durch, obwohl diese das Stück nie gesehen hatten (so ist numal leider die Presse oft), und so wurde es recht schnell wieder abgesetzt. Eigentlich schade, denn ich finde, es war ein gutes Musical, das sich vor den bekannteren nicht zu verstecken brauchte.
Tipp: Das Musical gibt es auch als CD. Einfach mal reinhören.

Links:

Seite eines Fans mit recht vielen Infos
www.the-gaudi.de/frame2.html

 

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